Auch im Alter hat das Leben Zukunft – zum Lernen ist es nie zu spät
Ausgabe: 2001/02, Lernen, Wels, Neugierde
09.01.2001
- Maria Haunschmidt
Dass Lernen und Alter ein Widerspruch sei, ist ein Vorurteil: Zum Lernen ist es nie zu spät.
Der Spruch „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!“ hat sich längst überholt. Auch das Wort „ausgelernt“ gibt es nicht mehr: Lernen ist an kein Alter gebunden. Die Bildungs- und Kulturangebote sind heute so groß wie noch nie, vom Gedächtnistraining bis zum Fremdsprachen-Erlernen. Immer mehr Senioren wagen sich zum Beispiel auch in die Welt des Internets – und sind total begeistert. Ab 40 lässt das Gedächtnis nach, das Denken wird starrer. Umso notwendiger ist es, Wege zu finden, dagegen anzukämpfen und sich auf allen Gebieten fit zu halten. „Fangen Sie lieber heute an als morgen!”, so die Ermutigung bei einer Veranstaltung des OÖ. Zukunftsforums der ÖVP zum Thema „Lernen im Alter – ein Widerspruch?“ Weitere Leitsätze: „Sagen Sie nicht: „Mit dem technischen Klumpert heute kenne ich mich nicht aus. Das überlasse ich dem Enkel!“ - „Programmieren“ Sie Handy und Videorecorder selber, - lesen Sie Bücher über geistige Fitness und „Hirnjogging“ - und besuchen Sie als dritten Weg Kurse und Seminare, die Sie fitter machen.
„Lernen macht manchmal Angst!“, weiß Dr. Renate Birgmayer von „ThinkPäd“, Institut für erfolgreiches Denken und neues Lernen. Ihre Meinung: „Mit 50, 60 oder auch mit 84 kann ein angeleitetes Training durchaus lustig sein!“ Ihrer Erfahrung nach sind für die Senioren auch die Kontakte in diesen Kursen enorm wichtig. Optimale Möglichkeiten bietet das SIMA-(Selbstständig im Alter)-Trainingsprogramm, das so ausgewogen und wissenschaftlich fundiert ist, dass es „acht Jahre besser Leben“ verspricht und durchaus lustbetont ist. Ein willkommenes Instrument für offene, an allem interessierte Menschen ist das neue Medium Internet. Es ist nicht nur etwas für coole Junge, sondern auch für coole Senioren, lockte ein EDV-Fachmann zum Einsteigen. Das technische Know-how sei nicht viel schwieriger als das Einschalten der Kaffeemaschine.
Ein Tor zur ganzen Welt ...
Die Möglichkeiten sind faszinierend. Selbst wer im entlegensten Winkel wohnt und wenig mobil ist, kann die weite Welt ins Haus holen, in New York spazieren gehen, in Zeitungen lesen, wie das Ausland über Österreich denkt, Daten aus Bibliotheken abrufen, neueste Autoangebote vergleichen oder sich eine Reiseroute zu jedem x-beliebigen Ort der Welt zusammenstellen. Ein weiteres wichtiges Fitness-Standbein für den dritten Lebensabschnitt ist körperliche Bewegung. Für Senioren vor allem geeignet sind z. B. Spazierengehen, Wandern, Radfahren, Wassergymnastik, Tanzen, Boccia, Eisstockschießen, gefolgt von Bergwandern, Walking, Joggen, Schwimmen, einfachen Bewegungsspielen, Ski-Langlauf und Turnen auf Fitness-Geräten.