Helga Brunner aus Linz-Auhof ist eine evangelische Christin, die mit einem Katholiken verheiratet ist.
Vom 18. bis 25. Jänner ist die Weltgebetswoche für die Einheit der Christen. Ökumene ist eine Sache, die gelebt werden muss, nicht gelehrt! Davon ist das gemischt-konfessionelle Ehepaar Brunner überzeugt. Wir fragten Helga Brunner, eine evangelische Christin, die seit 1963 mit dem Katholiken OStR. Dir. Josef Brunner verheiratet ist, ob sie in beiden Kirchen beheimatet ist.
Eigentlich nicht. Ich habe zwar immer ein gutes Verhältnis zum katholischen Pfarrer. Unsere evangelische Bibelstunde hat zum Beispiel in der Pfarre Hl. Geist einen Raum. Ich bin auch Mitglied einer ökumenischen Runde der Pfarre. Wir nehmen immer wieder gemeinsam an Gottesdiensten der jeweils anderen Gemeinde teil. Aber es ist doch vieles ungewohnt: Die Marien- und Heiligenverehrung ...
Macht(e) Ihnen die Konfessionsverschiedenheit Probleme? Dass ich meine Kinder katholisch taufen lassen musste, war mir ein Problem. Ich bin mit der Bibel aufgewachsen. Katholisch erzogene Kinder finden sich in der Bibel nicht so sehr zurecht.
Wo sehen Sie im Gottesdienst die auffälligsten Unterschiede? Im evangelischen Gottesdienst stehen Lied und Wort im Vordergrund. Bei uns wird zum Abendmahl eingeladen, es ist viel familiärer, wir sind auch weniger.