Alpbach. Vor einer „Selektions-Gesellschaft“, in der Kinder, Kranke, Alte oder Behinderte immer weniger Platz haben, warnte der Pastoraltheologe Paul M. Zulehner beim ÖVP-Bundeskongress in Alpbach. Je mehr auf das Gesetz der Freiheit gesetzt werde (in der Wirtschaft, in der persönlichen Lebensgestaltung …), desto größer müssten die Anstrengungen für Solidarität und Gerechtigkeit werden. Konkret forderte Zulehner mehr zeitliche und finanzielle Ressourcen für Kinder, den Ausbau der Sterbebegleitung (durch die Karenzierung von pflegenden Angehörigen und die Förderung von Hospizeinrichtungen), mehr Solidarität mit Behinderten und mehr Erziehung zur weltweiten Mitverantwortung.
Ladenöffnung und Familien
Graz. Kritik an den Plänen von Wirtschaftsminister Bartenstein zur Ausweitung der Ladenöffnungszeiten von Montag null Uhr bis Samstag 17 Uhr (Gesamtöffnungszeit pro Geschäft 72 Stunden, bisher 66 Std.) übte die Katholische Aktion der Steiermark. Die KA fürchtet nachteilige Auswirkungen für Frauen, Familien, Kinder und Pflegebedürftige. Außerdem seien die Auswirkungen auf den öffentlichen Verkehr und auf Kindereinrichtungen zu wenig bedacht worden, ebenso der wachsende Druck auf kleine Geschäfte.
Aufklärung gefordert
Chile. Eine schnelle und umfassende Aufklärung des Schicksals von insgesamt 1198 Menschen, die während der Militärdiktatur von Augusto Pinochet „verschwunden“ sind, forderten die Bischöfe Chiles. Bisher haben Militärbehörden lediglich Auskunft über 200 Menschen erteilt, die zwischen 1973 und 1990 von den Sicherheitsbehörden festgenommen und ermordet wurden.