Am 21. Jänner ernannte Papst Johannes Paul II. zum achten Mal in seiner Amtszeit neue Kardinäle und stellt dabei einen neuen Rekord auf.Niemals zuvor hat ein Papst so viele neue Kardinäle auf einmal benannt: 37 gab Johannes Paul II. am vergangenen Sonntag vor dem Angelus-Gebet bekannt. Bisher hatte Paul VI. mit 33 Ernennungen den Rekord gehalten. Innerhalb seiner 22-jährigen Amtszeit hat er damit in acht Nominierungen fast 200 Kardinäle ernannt. Das höchste Kollegium der katholischen Kirche zählt nun 178 Mitglieder. An einer Papstwahl könnten jedoch derzeit nur 128 teilnehmen, da sie das Alter von 80 Jahren noch nicht überschritten haben. 117 von ihnen verdanken ihre Berufung Johannes Paul II.Unter den neuen Purpurträgern sind elf Mitglieder vatikanischer Behörden. Weiters wurden 21 Erzbischöfe bedeutender Diözesen in 18 Ländern in das Kollegium berufen. Zudem wurden fünf verdiente Kirchenmänner und Wissenschafter in das Kollegium aufgenommen. Mit 56 Jahren ist Erzbischof Cipriani der jüngste der neuen Kardinäle. Der Erzbischof von Lima ist auch der erste Priester der Personalprälatur des Opus-Dei, der im Papstwahlgremium vertreten ist. Das Durchschnittsalter der neuen Würdenträger ist 66 Jahre. Am 21. Februar wird Johannes Paul II. in Rom das Kardinalspurpur überreichen. Gleichzeitig kündigte der Papst an, in Kürze die Namen jener beiden Männer bekannt zu geben, die bereits 1998 geheim (in pectore) zu Kardinälen ernannt wurden.
Die neuen Kardinäle: Vatikanische Einrichtungen: Giovanni B. Re (66), Bischofskongregation (Italien); Francois X. Nguyen Van Thuan (72), „Iustitia et Pax“ (Vietnam); Agostino Cacciavillan (74), Vermögensverwaltung (Italien); Sergio Sebastiani (69), wirtschaftliche Angelegenheiten (Italien); Zenon Grocholewski (61), Erziehungskongregation (Polen); José Saraiva Martins (67), Heiligsprechungskongregation (Portugal); Crescenzio Sepe (57), Zentralkomitee Heiliges Jahr (Italien); Jorge M. Mejia (77), Vatikanische Bibliothek (Argentinien); Patriarch Ignace Moussa I. Daoud (70), Ostkirchen-Kongregation (Syrien); Francesco Pompedda (71), Apostolische Signatur (Italien); Walter Kasper (67), Rat für die Einheit der Christen (Deutschland). Afrika: Bernard Agre (74), Abidjan (Elfenbeinküste). Amerika: Jorge Maria Bergoglio (64), Buenos Aires (Argentinien); Geraldo Majella Agnelo (67), Sao Salvador (Brasilien); Claudio Hummes (66), Sao Paulo (Brasilien); Francisco Errázuriz Ossa (67), Santiago de Chile (Chile); Antonio González Zumárraga (75), Quito (Ekuador); Oscar A. Rodriguez Madariaga (58), Tegucigalpa (Honduras); Pedro Rubiano Sáenz (68), Bogota (Kolumbien); Juan Luis Cipriani (56), Lima (Peru); Theodore McCarrick (70), Washington (USA); Edward Egan (68), New York (USA); Ignacio Antonio Velasco Garcia (72), Caracas (Venezuela). Asien: Ivan Dias (64), Bombay (Indien); Varkey Vithayathil (73), syro-malabarischer Großerzbischof von Ernakulam (Indien). Europa: Louis-Marie Bille (62), Lyon (Frankreich); Cormac Murphy OConnor (68), Westminster (Großbritannien); Desmond Connell (74), Dublin (Irland); Severini Poletto (67), Turin (Italien); Audrys Backis (63), Vilnius (Litauen); Jose da Cruz Policarpo (64), Lissabon (Portugal); Francisco Alvarez Martinez (75), Toledo (Spanien). Würdigung für das Lebenswerk: Stephanos II. Ghattas, koptisch-katholischer Patriarch von Alexandrien; Jean Honore, Alterzbischof von Tours; P. Robert Tucci SJ, Reiseplaner der Papstes; Prof. Leo Scheffczyk, München; P. Avery Dulles SJ, New York.