In nicht einmal 365 Tagen hat die Regierung Schüssel in zwei schwierigen und viel zu lange verschleppten Fragen eine Lösung erzielt: Bei der Entschädigung für NS-Zwangsarbeiter und bei der Entschädigung für Eigentum, das jüdischen Bürgern, aber auch anderen Regimegegnern in der NS-Zeit geraubt wurde. Mit der Einsetzung von Maria Schaumayer und Ernst Sucharipa als Verhandlungsleiter hat Schüssel deutlich gemacht, dass es ihm ernst ist mit der Begleichung dieses offenen Schuldkontos. Wenn nun auch das Parlament, die Wirtschaft, die Gebietskörperschaften – und auch die Kirchen – entschlossen mitgehen, könnte rasch ein Schlusspunkt unter die Versäumnisse der Vergangenheit gesetzt werden. Ein Schlussstrich unter die Vergangenheit darf es aber nicht sein. Die Erinnerung an das schreiende Unrecht und die damit verbundene Schuld muss als bleibende Warnung in unseren Herzen und Köpfen eingraviert bleiben.