Seit Wochen wurden sie mit Spannung erwartet: die Namen der neuen Kardinäle. Zwei Fakten überraschen: Stärker als bisher entspricht der Papst der kirchlichen Bevölkerungsentwicklung. Denn seit Jahren lebt mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder in Lateinamerika. Neun der 21 ernannten Bischöfe kommen aus Südamerika – nur mehr einer aus Italien. Selbst unter den elf „Kurialen“ sind nur fünf Italiener. Bisher stellten sie die Hausmacht bei Papstwahlen. Zweitens: Joseph Ratzinger ist nun nicht mehr der einzige in Rom tätige deutsche Kardinal. Auch Walter Kasper, der Ratzingers Ökumene-Papier „Dominus Iesus“ kritisierte, darf nun Purpur tragen.