In unserer Gesellschaft leiden ca. 20 Prozent der Menschen an Verstopfung (Obstipation), mit zunehmendem Alter steigt der Prozentsatz. Hauptursachen liegen in Be-wegungsmangel, ballaststoffarmer Kost und geringer Flüssigkeitszufuhr. Oft kommt noch der Zeit- und Leistungsdruck dazu, der den Rhythmus des Darms stört. Bei weniger als drei Stuhlentleerungen pro Woche spricht man von einer chronischen Obstipation. Eine schmerzhafte Entleerung von trockenem und hartem, knolligem Stuhl ist auf Dauer sehr unangenehm. Die Gründe der Verstopfung können auch organisch oder funktionell bedingt sein. Das kann der Facharzt klären. Häufig sind aber Nebenwirkungen von Medikamenten, z. B. gegen Depression, Parkinson, Schmerzmittel, Eisenpräparate, Entwässerungs- und Magenmittel Grund für Stuhlprobleme. Wichtig ist der Ausschluss einer krebsartigen Erkrankung des Darmes durch ärztliche Untersuchung. Allgemeine Maßnahmen bei Verstopfung sind körperliche Aktivität, ballaststoffreiche Kost, Flüssig-keitszufuhr (1,5 bis 2 l pro Tag). Regelmäßiges Toilettentraining, – also immer 30 min nach einer großen Mahlzeit aufs Klo gehen, bringt auf Dauer viel. Oft sind beson-ders bei Älteren zusätzliche Darmmittel vonnöten wie Weizenkleie, Leinsamen, Flohsamen, Lactulose, Macrogol. Kurzfristig sind Glaubersalz, Sennes und andere pflanzliche Reizstoffe geeignet (mit gesteigerter Flüssigkeitszufuhr). Man kann alle Maßnahmen mit kalten oder warmen Bauch- und Leibwickeln (je nach Verträglichkeit, mindestens 45 min) unterstützen.