Irgendwo beim alten Eisen entdeckte ich einmal ein Stück von einem Pflug. Selbstverständlich war es kein modernes Gerät, wie es heute in der Landwirtschaft verwendet wird. Aber gerade dieser alte Pflug kann gut demonstrieren, wozu der Pflug überhaupt erfunden wurde: Er lockert den Boden für die Saat, damit sie keimen kann, damit sie aufgehen kann. Der Pflug lockert den Boden, damit er wieder Ertrag bringen kann, damit unser Lebensunterhalt gesichert ist und damit die Not abgewendet wird. Darum kann uns dieses Bild vom Pflug nachdenklich machen. Genauso, wie schon der Prophet Jesaja seine Zuhörerinnen und Zuhörer nachdenklich machen wollte, wenn er von der Pflugschar und vom Winzermesser redet (Jes 2, 2–4, Micha 4, 1–3).
„Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Völker. Viele Nationen machen sich auf den Weg; sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort. Er spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg.“ Da wird ein Wort der Hoffnung gesagt in eine doch eher hoffnungsarme Zeit. Jesaja spricht ein Wort des kommenden Friedens hinein in eine Zeit der Kriege. Wo Gott kommt, meint der Prophet – und das heißt wohl auch: wo Gottes Worte und Weisungen gelten –, da wird nicht mehr Krieg, sondern Friede herrschen. Darum ist dann auch das Kriegsgerät, damals Schwert und Lanze, nicht mehr nötig, wenn Gottes Wort end-gültig von den Menschen angenommen wird. Auch für unsere Zeit der atomaren Waffenarsenale ein Wort der Hoffnung …