„Die kleiner werdende Kirche hat durchaus Gründe, sich in der gesellschaftlichen Diskussion zu Wort zu melden, wenn es um „höhere Werte“ geht, sagte der Leiter des Sozialkreferates der Diözese Linz, DDR. Severin Renoldner, bei einer Podiumsdiskussion an der Katholischen Privatuniversität in Linz. Dort diskutierten am 7. Juni zum Thema „Marktorientierter Abschied vom Christentum?“ neben Renoldner der Innsbrucker Politologe Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka und Repräsentanten aller vier im Landtag vertretenen Parteien. Die Kirche müsse aber davon ausgehen, dass dies nur eine von vielen Meinungsäußerungen sei, ergänzte Renoldner.
Die Aufmerksamkeit auf die Stimme der Kirche habe sich grundlegend geändert. Religion ist viel weniger gesellschaftsprägend geworden, stellte auch Pelinka fest. Er erinnerte aber gleichzeitig an geschichtliche Epochen, in denen im Namen von christlichen Werten Taten gesetzt worden seien, die man heute nicht mehr christlich nennen würde. Man solle nicht so tun, als gäbe es den zeitlosen christlichen Charakter. Eine Verständigung über die unterschiedlichen Auffassungen darüber, was christlich sei, stehe heute aus.