Noten kopieren, Sessel rücken, Pulte aufstellen, nachtelefonieren – auch das bringt ein Leben als Dirigent mit sich. Die Arbeit für das Konzert beginnt lange vorher ...
Das Studium der „Quellenlage“ und alter Handschriften gehört genauso zu den Vorbereitungsarbeiten wie ein Orchester zusammen- und einen Probenplan aufzustellen, Räumlichkeiten zu organisieren und Einladungen für ein Konzert zu verteilen. Und nebenbei soll man als Musiker noch so viel verdienen, dass es sich davon leben lässt: Um als freischaffender Künstler gut über die Runden zu kommen, braucht es schon viel Durchhaltevermögen, Kraft und Ideen.
„Ich frage mich manchmal schon, warum tu ich mir das an? Aber Dirigieren, das mache ich für mich. Das ist immer wieder ein tolles Erlebnis“, erzählt der 30-jährige Dirigent Eduard Matscheko aus Steyregg. Seit seinem sechsten Jahr spielt er Violine, mit 18 Jahren kam das Dirigieren dazu. Heute pendelt der 30-Jährige zwischen Stab und Bogen hin und her. Bis auf eine ein Jahr dauernde Pause während des Zivildienstes war er immer als Musiker aktiv. „Das Tolle an der Musik ist, dass man alle Stimmungen, Grenzerfahrungen während einer Aufführung durchleben kann. Dann ist das Stück vorbei – und es ist nichts passiert.“
Wichtig ist dem Dirigenten, der von 1992 bis 1997 das Jeunesse Orchester Linz geleitet hat, dass die Musiker/innen sich „voll“ engagieren: „Man muss bereit sein, emotional zu investieren. Den Mut haben, etwas von sich herzugeben. Ich selbst bin ein 150-Prozent-Typ – das gilt für jede Aufführung!“ Das war auch beim Benefizkonzert „Mozarts Requiem“ am vergangenen Freitag in der Linzer Friedenskirche zu spüren. Bei einer Stelle ist den Chorsängern – angestachelt durch das explosive Dirigat Matschekos – beinahe das Temperament durchgegangen. Matscheko hat in der Friedenskirche den „Chorus et Capella Musicae Sacrae“ dirigiert. Dort ist der junge Dirigent sesshaft geworden: in Zukunft wird er den Kirchenchor der Pfarre Christkönig leiten. Auf weitere Projekte darf man gespannt sein!