Ausgabe: 2001/28, KA, Regierung, Politik, Sozialversicherung, Katholische Aktion,
10.07.2001
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Vor „einem nicht wieder gutzumachenden Schaden“ warnte die Katholische Aktion die Regierung, wenn sie die Reform der Sozialversicherung wie geplant durchziehen sollte. Die KA rief dazu auf, gemeinsam mit den Sozialpartnern nach langfristig tragfähigen Lösungen zu suchen. Die Situation des Sozialversicherungssystems sei nicht so marod, dass es nur noch in dieser Woche geheilt werden könnte, betonte die Katholische Aktion drei Tage vor Beschlussfassung der neuen Regelungen im Parlament. Der Sozialreferent der Diözese Linz, Severin Renoldner, wies darauf hin, dass die katholische Soziallehre ein „Recht auf eine allgemeine Grundversicherung für Krankheit, Alter, Arbeitslosigkeit und Unfälle“ kenne. Die österreichische Sozialversicherung sei in diesem Sinne ein außerordentlich hohes Gut, das nun von einer Konfliktpartei (ÖGB) in ernstlicher Gefahr gesehen werde. „Auch wenn die Neustrukturierung des Hauptverbandes derzeit keine Abschaffung der Sozialversicherung darstellt, so schafft sie dennoch die rechtliche Grundlage für eine mögliche spätere Privatisierung“, warnt Renoldner. Er verweist auf England, wo ein gut funktionierendes staatliches Gesundheitswesen zerschlagen wurde und sich viele Menschen die teure medizinische Versorgung nicht mehr leisten können.