52 Prozent der Weltbevölkerung sind Frauen, aber ihre öffentliche Präsenz in Kunst und Kultur liegt weit unter dieser Prozentzahl. Gleichstellung von Frauen heißt, ihre Kunst und Kultur sichtbar machen und auf deren Qualität hinweisen.
Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen im Kulturbereich sind gravierend. Nur ein Drittel der Buch-Neuerscheinungen oberösterreichischer Autorinnen und Autoren stammt von Frauen. Kunst von Frauen ist etwa 40 % billiger als die der Männer. Tatsache ist, dass sich Kunst von Frauen viel mehr in Archiven findet als in der Öffentlichkeit. Hier setzt nun die Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst und Kultur an. Gefordert wurde diese sowohl im Kulturentwicklungsplan der Stadt Linz (KEP) als auch vom Verein zur Förderung von Kunst und Kultur von Frauen „FIFTITU%“. Die Realisierung der Vernetzungsstelle ist für Herbst dieses Jahres geplant. Aufgaben dieser Einrichtung werden unter anderem sein: Service für Kulturarbeiterinnen und Künstlerinnen, Workshops und Weiterbildungen anzubieten, frauenpolitische Arbeit und Öffentlichkeitsarbeit für Künstlerinnen zu leisten. InfoRelais, eine Initiative für regionale Kulturentwicklung, und der Verein FIFTITU% haben letzten Freitag eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Frauen.Kultur Netzwerk“ veranstaltet. Im Alten Rathaus in Linz trafen sich Expertinnen aus dem Ausland, um mit Vertreter/innen aus Kultur, Politik und Verwaltung sowie dem Publikum zu diskutieren. Patricia Adkins Chiti ist Präsidentin der Stiftung Adkins Chiti – Donne in Musica, die Aktivitäten rund um das Musikschaffen von Frauen unterstützt. Das Frauenkulturbüro Nordrhein-Westfalen wurde durch dessen Leiterin Ursula Theißen vertreten. In der Podiumsdiskussion berichteten die Expertinnen über ihre Erfahrungen mit Vernetzungen und Anlaufstellen für Frauen im Kulturbereich. Für wichtig erachten sie es vor allem, das Schaffen der Frauen zu dokumentieren, sei es durch Ausstellungen, Kataloge oder CDs, um es der breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.