- Kirchenzeitung der Diözese Linz, Martin Kranzl-Greinecker
Kraftfahrzeuge geben Zeugnis von Erfindergeist und Technikkunst. Schattenseiten des Autos aber sind nicht zu übersehen.
Schon Leonardo da Vinci (1452–1519) hielt eine fahrende Maschine, die sich durch andauernde Explosionen bewegt, für denkbar. Bis es aber zur Erfindung jenes Motors kam, der heute unter Millionen Kühlerhauben ganz selbstverständlich für individuelle Fortbewegung sorgt, dauerte es noch. Der Deutsche Nikolaus A. Otto erfand 1876 den Viertakt-Verbrennungsmotor und Carl F. Benz, ebenfalls Deutscher, baute ihn 1885 erstmals in ein Automobil ein. Von da an veränderte sich der europäische Straßenverkehr, der bislang von Fußgängern und Fahrrädern, Pferdewägen und Kutschen dominiert war, radikal. Jahrzehnte vergingen, bis Normalverdienende sich Autos leisten konnten, heute aber sind Führerschein und PKW für weite Bevölkerungsteile der nördlichen Erdhälfte selbstverständlich.
Die problematischen Seiten des Individualverkehrs ließen ebenfalls nicht auf sich warten, auch wenn die Automobilindustrie bei ihren eleganten Autosalons nicht gerne darüber spricht. Und dabei ist noch gar nicht an die ungleiche Verteilung der Verkehrsmittel weltweit gedacht. Denn während hierzulande der Straßenverkehr für Probleme sorgt, fehlen in weiten Teilen der Erde Infrastruktur und Transportmittel, um Nahrung zu liefern, Kranke zu versorgen, Menschen zu besuchen oder Ausbildung zu bringen. In unseren Breiten werden Landschaften von überdimensionalen Straßen geprägt, Lärm und Erschütterung machen Anrainern das Leben zur Qual, Abgase bedrohen Luftqualität und Klima, v. a. aber bedrohen Unfälle Gesundheit und Leben der Verkehrsteilnehmer. Allein im Jahr 2000 wurden bei 42.000 Verkehrsunfällen in Österreich 976 Menschen getötet und 54.967 verletzt. Der Verantwortung, die jede/r beim Starten eines Fahrzeugs übernimmt, sind sich viele nicht bewusst. Deshalb zum „Tag des Straßenverkehrs“ (22. Juli) einige Gebetsgedanken für Autofahrende: „Guter Gott, sei Du bei uns, wenn wir unterwegs sind. Schenke uns wachsame Augen und gute Konzentration, damit niemand durch uns zu Schaden kommt. Bewahre uns vor Unaufmerksamkeit, Hektik und Leichtsinn. Lass uns rücksichtsvoll mit allem Leben, vernünftig mit der Technik und sorgfältig mit der Umwelt umgehen.“