Ein Sprecher der italienischen Polizeibeamten hat heftige Kritik am Verhalten des Erzbischofs von Genua, Kardinal Dionigi Tettamanzi, anlässlich des G 8-Gipfels geübt. Tettamanzi hätte „besser bei einigen Gelegenheiten seine Zunge im Zaum gehalten“, sagte der Generalsekretär der Polizisten-Vereinigung (ANFP), Giovanni Aliquo, gegenüber der Tageszeitung „La Stampa“. Aliquo erklärte weiter, man dürfe nicht verschweigen, dass „bestimmte katholische Gruppen“ in den vergangenen Monaten den Dialog mit jenen „Kriminellen“ gepflegt hätten, die nun in Genua gewalttätig wurden. Tettamanzi hatte im Vorfeld des G 8-Gipfels wiederholt Verständnis für die inhaltlichen Anliegen der Globalisierungskritiker geäußert und zugleich die Demonstranten beschworen, von gewalttätigen Aktionen Abstand zu nehmen.
Aus für Militärseelsorge
Ein Soldaten-Komitee fordert nun die Abschaffung der katholischen Militärseelsorge in Italien. Zur Begründung führt die Gruppe an, dass die Militärseelsorger sich nach den Krawallen in Genua mit keinem Wort auf die Seite der Sicherheitskräfte gestellt hätten, während andererseits zahlreiche Geistliche Sympathie mit den Zielen der Protestierer bekundeten. Die Carabinieri, die in Genua in vorderster Front standen, gehören in Italien zum Heer.