Fliegen wird als ältester Traum der Menschheit bezeichnet. Heute ist es für viele alltäglich, in die Luft zu gehen.
In der griechischen Sagenwelt wird von Ikarus berichtet, der aus wachsverbundenen Vogelfedern ein Fluggerät bastelte. Weil er sich zu nahe an die Sonne wagte, kam er ums Leben. Bis heute gilt er als Symbol, eigene Kräfte nicht zu überschätzen.Auch die Bibel greift den Traum des Menschen auf, in höheren Sphären unterwegs zu sein. „Nehme ich die Flügel des Morgenrots und lasse mich nieder am äußersten Meer, auch dort wird Gottes Hand mich ergreifen“, heißt es in Psalm 139. Auch die himmlischen Gottesboten, Engel genannt, sind – zumindest in der bildhaften Darstellung – meist „lufttaugliche“ Wesen.
Als erste tatsächliche „Aeronauten“, also Mensch in der Luft, gelten zwei Franzosen, die 1783 mit einem von den Gebrüdern Montgolfier entwickelten Heißluftballon in die Höhe stiegen. 16 Jahre später fand der erste Fallschirmflug statt und ab 1853 wurden Gleitflugzeuge entwickelt. Motorbetriebene Flugzeuge wurden 1903 erstmals von den Wrigth-Brüdern gebaut. Seither erfolgte eine kontiniuierliche Weiterentwicklung, derzeit baut man den „Super-Airbus“, der 515 Passagiere befördern soll.
Ein begeisterter Flieger war der deutsche Oblaten-Missionar Paul Schulte (1895–1974), der als „fliegender Pater“ 1927 die MIVA (Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft) gründete. Die MIVA finanziert bis heute Verkehrsmittel für benachteiligte Regionen der Erde, um große Distanzen zu überwinden.
Die Geschichte der Personen-Luftfahrt ist begleitet von dramatischen Unfällen, die dazu beitragen, dass auch heute viele Menschen Flugangst oder Sorge um fliegende Angehörige haben. Ökologische Argumente und der Lebensqualitätsverlust von Flughafenanrainern sind ebenfalls kritisch anzumerken. Dennoch nimmt die Flugfrequenz kontinuierlich zu. Die Welt von oben zu sehen bringt tatsächlich Abstand von vielen Kleinigkeiten, die wegen des eingeschränkten Erd-Blickwinkels oft allzu wichtig sind. Von Zeit zu Zeit kann es hilfreich sein, sich zumindest einen Flug vorzustellen und die Dinge aus der Distanz von oben zu betrachten. So lassen sich Probleme vielleicht besser ordnen.