Das Zeugnis, das die Untersuchung dem ORF ausstellt, ist vernichtend: Kriege, Krisen und Katastrophen sind es, die der heimische Sender über die Länder des Südens verbreitet. Der Unterhaltungsauftrag ist bedingungslos: erst wenn in der „3. Welt“ Europäer in Gefahr sind oder genug Blut fließt, wird berichtet. Deutlich wird, wie abhängig dabei der ORF vom Angebot großer internationaler Agenturen ist. Denn für die Nachrichten „Zeit im Bild“ gilt die Regel: Worüber es keine Bilder gibt, darüber wird geschwiegen. Eine Sensationslust, die auf Kosten von drei viertel der Weltbevölkerung geht. Oder spielt der Küniglberg den lieben Gott, der entscheidet, ob Millionen von Menschen ins Dasein gerufen werden? Nur, mit dem öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag lässt sich diese Berichterstattung nicht rechtfertigen.