Rund 3500 Zeitungen und Zeitschriften werden derzeit österreichweit von der Post teilweise oder zur Gänze vertrieben. „Wie viele das im Jahr 2004 noch sein werden, kann niemand sagen“, meint Walter Schafflhofer vom Verband der Zeitungsherausgeber. Denn für die kommenden drei Jahre plant die Post eine jährliche Verdoppelung ihrer Zeitungstarife. Für die Kirchenzeitung würde die Post statt derzeit neun Cent (1,2 Schilling) dann 36 Cent pro zugestelltes Exemplar verlangen. Schafflhofer sieht dadurch vor allem kleinere Zeitungen und überregionale Qualitätszeitungen, die beide keine flächendeckende Hauszustellung aufbauen können, bedroht. Er nennt drei Gründe für die Entwicklung: Die Regierung will ab 2002 alle Subventionen für den Zeitungsversand (derzeit schon von 900 Millionen auf 200 gekürzt) einstellen. Dafür wurde der „Postzeitungsdienst“ aus dem Postgesetz gestrichen. Die Post ist daher nicht mehr verpflichtet, Zeitungen zu günstigen Tarifen zu befördern. Das Tarifmitspracherecht des Verkehrsministers fällt. Die Post „missbraucht“(Schafflhofer) diese „Freiheit“ zu einer 400-prozentigen Preiserhöhung. Mit einer Tariferhöhung von 50 bis 100 Prozent (nach Gewicht) läge sie im europäischen Schnitt.