„Wenn Frauen geholfen wird, dann verändern sie das Leben in Afrika“, sagt Margaret Mwaniki, Koordinatorin der Caritas für Frauenprojekte.
Die Caritas rückt die Situation der Frauen in Afrika in den Mittelpunkt. Warum? Mwaniki: Weil es die Frauen sind, die den schwersten Teil der Armut in Afrika zu schleppen haben. Doch sie sind nicht arm, weil die Frauen dieses Kontinentes faul wären, sondern weil sie ganz einfach keine Chancen bekommen. Wenn Frauen jedoch Möglichkeiten geboten werden, als Händlerin mit einem kleinen Startkapital zum Beispiel, dann bekämpfen sie äußerst aggressiv die Armut.
Wie sehen diese Projekte aus? Mwaniki: Ein Beispiel aus dem Nordosten Kenias, einer sehr trockenen, fast wüstenähnlichen Gegend. Die Menschen dort waren apathisch, unter dem Motto: „Was können Frauen da schon machen?“ Zum Wasserholen mussten sie ja täglich bis zu 20 Kilometer gehen.Unser Projekt hat mit dem Graben eines Brunnens begonnen. Nicht nur, dass damit den Frauen stundenlanges Wasserschleppen erspart bleibt. Das Wasser ist auch sauber und die Zahl der Infektionen ist zurückgegangen. Gleichzeitig ist mit dem Brunnen eine Schule entstanden. Dann haben wir den Frauen zu kleinen Krediten verholfen. Damit konnten sie bis in die Zentralregion, also fast 300 Kilometer, fahren, um für die Gemeinschaft Lebensmittel zu kaufen. Zuvor gab es nur einige wenige Händler, die in der Region Waren verkauften. So ist ein kleiner Wettbewerb entstanden, jeder erhielt Lebensmittel und damit ist Leben gewachsen. In der Folge entstand sogar noch ein Krankenhaus. Noch vor zehn Jahren gab es nichts außer Unterernährung. Heute würden sie es nicht für möglich halten. Der Initiatoren dieser Entwicklung waren Frauen.
Welche Auswirkungen haben derartige Erfolge auf die Frauen? Mwaniki: Frauen erleben, dass sie nicht länger Objekte sind, über die entschieden wird. Nun können sie selber etwas besitzen und bekommen ein Selbstwertgefühl. Damit wird erreicht, was die Tradition in Afrika der Frau nicht zugesteht: sie ist von jeglicher Form der Entscheidung ausgeschlossen. Ja oft ist es so, dass sie nicht einmal ihre Meinung vor Männern kundtun dürfen. Für mich ist das eine Art, um Frauen an den Rand zu drücken und arm zu halten.
Wie sind Sie zur Frauenarbeit gekommen? Mwaniki: Der Gedanke verfolgt mich von klein auf. In unserem Dorf herrschte große Armut. Wir mussten das Wasser sehr weit vom Fluss holen. Die Frauen haben sehr viel gelitten. So hatte ich immer den Wunsch: Wenn ich groß bin, möchte ich diese Situation verändern. Außerdem war mein eigener Vater ein typischer Mann, der meine Mutter geschlagen hat. Ich habe immer gespürt, dass ich kein solches Leben als Frau führen möchte. Das ist die wichtigste Motivation für meine Arbeit.
Spendenkonto der Caritas: P.S.K. 7.700.004 („Augustsammlung“)