Die Katholische Aktion, die Caritas und die evangelische Diakonie übten heftige kritik an Plänen der Regierung, die Zuwanderung von Ausländern auf Kosten der Familienzusammenführung weiter einzuschränken. Derzeit gibt es einen Rückstau von 11.000 unerledigten Anträgen auf Familienzusammenführung. Im Regierungsübereinkommen war vereinbart worden, die für den Familienzuzug vereinbarten Quoten erst dann zu senken, wenn dieser Rückstau abgebaut ist.
Zum derzeitigen „Quotenpoker“ kommt es, weil die Wirtschaft einerseits mehr qualifizierte ausländische Arbeitskräfte fordert und diese nach dem neuen Fremdenrecht auch Anspruch darauf haben, ihre Familien mitzunehmen, die FPÖ aber andererseits den Zuzug von Ausländern generell drosseln will. Ausgetragen wird dieser Interessenkonflikt auf dem Rücken jener, die ohnedies oft schon Jahre darauf warten, dass ihre Kinder und Ehegatten nachziehen können.Caritas, Diakonie und KA weisen in ihrer Kritik darauf hin, dass das Recht auf Familie ein grundlegendes Menschenrecht sei und das Leben mit der Familie die Integration wesentlich fördere. Sie fordern, die Familienzusammenführung überhaupt aus der Zuwanderquote auszunehmen, wie das in allen anderen EU-Ländern gemacht wird.