Die Liturgie der katholischen Kirche ist durch die „Kultur des Individualismus“ bedroht, meint Kardinal Joseph Ratzinger, der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation. Wie Ratzinger gegenüber der katholischen Tageszeitung „La Croix“ sagte, stelle der Individualismus die weltweit einheitliche Liturgie wie auch eine einheitliche Glaubensverkündigung in Frage. Wo einzelne katholische Gemeinschaften immer mehr nach liturgischer „Kreativität“ suchten, gerate das „Katholische“ aus dem Blick.
Liturgie sei ein zentrales Element der Kirche, sie lasse sich nicht jeden Tag ändern. Jede Generation müsse aber überlegen, was sie an der Liturgie verbessern könne, um ihren Ursprüngen und ihrem Geist weiterhin gerecht zu bleiben. Es könne durchaus sein, so Ratzinger, dass die jetzige Generation Anlass finde für eine „Reform der Liturgiereform“.