Ausgabe: 2002/06, Kraut, Tabak, Tabakblätter, Styria Verlag, Kurt Mündl,
05.02.2002
- Josef Wallner
Der Tabak zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit – und zu den umstrittensten. Der Ökologe und Universum-Regiesseur Kurt Mündl geht in seinem Buch „Tabak. Ein Kraut verändert die Welt“ der Geschichte dieses Nachtschattengewächses nach. Auf einem Maya-Relief in Mexiko ist der „älteste Raucher“ der Menschheitsgeschichte abgebildet. Das Kunstwerk stammt aus der Zeit um 300 nach Christus. Durch Christoph Kolumbus gelangte der Tabak Ende des 15. Jahrhunderts nach Europa. Von hier aus trat das faszinierende Kraut seinen weltweiten Siegeszug an.
Nicht begeistert war die spanische Inquisition von der Kunst des „Rauchtrinkens“. Rodrigo de Jerez – er war unter Kolumbus gesegelt – wurde in Spanien wegen Rauchens zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die Begründung: Wer Rauch in den Mund nehmen und aus der Nase ausstoßen kann, sei ein vom Teufel besessener Zauberer. Fanatische Kreuzzüge gegen den Tabak und blinder Glaube an die Heilkraft des Tabaks gingen mit der Verbreitung des Rauchens in Europa einher. Immer deutlicher wurde, was das Kauen, Schnupfen und Rauchen war und bis heute geblieben ist: ein Genuss.Autor Mündl nimmt seine Leser/innen mit auf seinen Streifzug von Kuba bis in die Tabakanbau-Gebiete der Oststeiermark, vom „goldenen Blatt“ des Königs Montezuma bis zu heutigen Werbeverboten für Tabak.
Kurt Mündl, Tabak. Ein Kraut verändert die Welt, Styria Verlag 2001, E 22,90, S 315,11.