Acht Jugendliche der Pfarre haben sich zu einer Band zusammengetan
Ausgabe: 2002/06, PGR, Christkönig, Post, Musik, Band, Pfarrband, Underchurch Project
05.02.2002
- Ernst Gansinger
Sonntag für Sonntag ab 17 Uhr geht in der Unterkirche der Linzer Pfarre Christkönig die Post ab – die Pfarrband probt. Das Repertoire reicht von rockig-fetzig bis einfühlsam-leise.
Im mit seinem Bogengewölbe atmosphärisch dichten Raum der Unterkirche werden Musikinstrumente hervorgeholt und die Verstärker erhalten Strom. – Es ist Probenzeit der Jugendband „The Underchurch Project“. Acht Jugendliche im Alter zwischen 16 und 25 Jahren setzen seit etwa einem Jahr eine Christkönig-Tradition fort, die vor 1970 begann: Wie drei Kirchenchöre hat auch eine Jugendband ein Heimatrecht.
„Ich musiziere gerne“, sagt der Sänger Robert. „Mir liegt viel am Kontakt mit den Freuden. Und ich möchte die positive Stimmung unserer Gruppe auf die Leute übertragen, die uns zuhören.“ – Zur Auflockerung am Beginn der Probe intoniert die Gruppe wie schon in den Proben zuvor den Ike-und-Tina-Turner-Titel „Proud Mary“, einen echten Oldie. Dann steht „Let the Sunshine in“ aus „Hair“ – ein nächster „68er“-Ohrwurm – zur Probe an.
„Wir kennen uns alle aus der Pfarrjugend“, erzählen Daniela und Silvia. Da wurden Freundschaften geschlossen. Wie andere Bandmitglieder auch, singen sie außerdem beim Jugendchor der Pfarre mit. „Der Unterschied ist, dass wir beim Jugendchor weniger Verantwortung haben. Bei der Band müssen wir alles selber in die Hand nehmen. Da merken wir, wie viel es zu organisieren gilt.“Die Idee zur Gründung der Band hatten Daniela, Silvia und Lena, die immer wieder Sonntagabend-Messen musikalisch gestalteten. Von der Vorgängerband wurden Geräte übernommen, die Pfarre stellte den Probenraum zur Verfügung und der Kaplan gab eine Starthilfe. Erste pfarrliche Auftritte folgten – bei Gottesdiensten sowie im Pfarrsaal, beim 50-Jahr-Jubiläum der Pfarre. Auch weltliche Anlässe zu Auftritten gibt es. Heuer im Sommer winkt ein Engagement in Bad Ischl.
„Wir wollen, dass die Musik dem Publikum gefällt. Aber wir spielen auch nicht gegen unseren Geschmack“, sagen Michael und Bernhard. „Durch das Miteinander-Spielen sind wir noch stärker zusammengeschweißt“, meint Michael. Sie musizieren sich den Alltagsstress von der Seele und genießen, dass im Zusammenspiel viel mehr durchklingt als die Summe der einzelnen Stimmen und Instrumente.
Gibt es ein dichteres Beispiel dafür, dass gemeinsam mehr möglich ist, wie in der Musik, vielleicht noch beim Fußballspiel.