Wie viele der 915.220 Unterzeichner das Anti-Temelin-Volksbegehren aufgrund des wochenlangen Trommelfeuers der „Kronenzeitung“ unterschrieben haben, darüber streiten die Meinungsforscher. Die „Krone“ bucht 300.000 Unterzeichner auf ihr Konto; andere Umfragen sprechen von 14 Prozent (130.000), die wegen der „Krone“ das Volksbegehren unterstützt haben. Die regionale Verteilung der Zahlen zeigt deutlich, dass die allermeisten Unterstützer des Volksbegehrens aus echter Sorge vor möglichen Unfällen gehandelt haben.
Die Frage, wie viel Macht die „Krone“ trotz massivsten Einsatzes tatsächlich hat, bleibt wohl – wie schon bei anderen Kampagnen – umstritten. Unbestritten ist, dass sie die Grenzen des Journalismus überschritten hat, um Macht auszuüben. Dass höchste kirchliche Würdenträger weiterhin nichts dabei finden, in der „Krone“ zu schreiben, zeugt nicht gerade von demokratiepolitischer Verantwortung.