Weibliche Überbehaarung an „typisch männlichen“ Stellen (Oberlippe, Kinn, Brust, Rücken, Oberschenkel, Unterbauch sowie Armen und Beinen) ist keine bedrohliche Krankheit. Hirsutismus kann aber für Betroffene belastend sein. Ursache ist eine Hormonstörung. Die männlichen Geschlechtshormone (Androgene) überwiegen, was bei Frauen normalerweise nicht zutrifft. Erst in den Wechseljahren können die weiblichen Hormone so stark reduziert sein, dass dieser Effekt ebenfalls auftritt. Nach gynäkologischer Abklärung kann eine individuelle Hormonkur nach mindestens sechsmonatiger Behandlung erfolgreich sein. Plötzliches Wachstum einzelner Haare kann Vorzeichen eines Tumors (Nebenniere, Eierstock) sein. Deshalb dem Arzt nichts verschweigen!
Vermehrter Haarwuchs an bestimmten, nicht typisch männlichen Stellen kann auch verursacht sein von Stress, Hautentzündung, Neuralgie, Muttermalen oder durch Medikamente. In diesen Fällen hilft die „Bekämpfung der Verursacher“. Maßnahmen zur Enthaarung sind bestimmte Cremen, sanftes Rasieren, Epilation mittels Strom oder Laser und die Wachsmethode. Die Frau entscheidet, ob sie sich dieser regelmäßigen Prozedur unterziehen will.
Dr. Franz Daringer, leitender Arzt des Kneipp-Kurhauses der Marienschwestern in Aspach.