Es gibt Berufsgruppen, die besonders von diesem Krankheitsbild betroffen sind, das sind die sogenannte Helferberufe. Dazu gehören Pflegepersonal, Krankenschwestern, Ärzte, Sozialarbeiter, Psychotherapeuten, Lehrer, Juristen, Polizisten und auch Priester. Aber auch andere engagierte Leute, die viel Idealismus in ihren Beruf einbringen, können ausbrennen. Wenn das Verhältnis zwischen Zeitaufwand, Einsatz sowie Zuverlässigkeit einerseits und Ertrag und Befriedigung durch Anerkennung und Erfolgserlebnisse andererseits nicht ausgeglichen ist, so kommen früher oder später folgende Symptome: Verlust der Begeisterung, Gleichgültigkeit, Unlust, Selbstzweifel, Reizbarkeit, Aggressivität, Nervosität, Müdigkeit, Erschöpfung, Depression, Schlafstörung, Appetit-störung, Krankheitsanfälligkeit bis hin zu echten organischen Erkrankungen. Das kann nach jahrelanger „Ruhezeit“ plötzlich „über Nacht“ auftreten.
Lang anhaltender Druck von außen, wiederholte seelische Verletzungen oder ständige Nadelstiche (mobbing) bringen irgendwann das Fass zum Überlaufen. Für viele kann das Burn-out-Syndrom dann zu Schwierigkeiten im privaten oder beruflichen Bereich führen. Nicht selten muss ein langer Kranken-stand oder schließlich der vorzeitige Ruhestand angetreten werden. Der Beitrag nächste Woche befasst sich mit der Verhinderung und Behandlung des Burn out.
Dr. Franz Daringer, leitender Arzt des Kneipp-Kurhauses der Marienschwestern in Aspach.