Die Fastenzeit war ursprünglich eine Schule des Christwerdens.
„Photovoltaik“ ist für Menschen, die sich mit alternativen Energiequellen befassen, ein Begriff: Licht wird in nutzbare Energie umgewandelt. „Photozomenen“ ist ein griechisches Wort. Es hat auch mit Licht zu tun. „Die erleuchtet werden“ bedeutet es übersetzt ins Deutsche. Man verwendete den Begriff für Menschen, die sich auf die Taufe vorbereiteten, die mit dem Osterfest gefeiert wurde.
Die Zeit der Vorbereitung auf die Taufe wurde auf sechs Wochen ausgedehnt. Ein ursprüngliches nur zweitägiges Fasten zwischen dem Gedenken an den Kreuzestod Christi und dem Fest der Auferstehung wurde allmählich auf diese Zeit der sechswöchigen Taufvorbereitung ausgedehnt. Steht heute der Aspekt der Erinnerung an die eigene Taufe in der Fastenzeit im Vordergrund (siehe Kirchenzeitung Nr. 7), so war damals, im vierten Jahrhundert nach Christus die Zahl der Taufwerber sehr groß. Christen waren nicht mehr verfolgt, ihre zahl stieg ständig. Die Fastenzeit war eine wichtige Zeit der Einschulung und Einübung auf das Leben als Christ. Während dieser Zeit durften die Menschen zwar an Wortgottesdiensten teilnehmen, nicht jedoch an der vollen Eucharistiefeier. Vom bisherigen Leben sollten sich die Taufwerber loslösen, um frei zu werden für die neue Lebensqualität eines Lebens in Christus.
Schrittweise wurden die künftigen Christen herangeführt an diese neue Wirklichkeit: Zuerst wurden sie in die Liste der Bewerber aufgenommen. Schritt für Schritt wurde ihnen das Evangelium erschlossen, das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser als kostbare Gebete wurden ihnen übergeben. Am Karsamstag sagten sie endgültig dem Bösen ab. In der österlichen Auferstehungsfeier wurden sie getauft. Jetzt waren sie im vollen Sinne Mitglieder der Christengemeinde. Licht wird zur Energie. So ist es in der Photovoltaik. So ist es auch bei den „Photozomenen“, den künftigen Christen. Die „Batterien“ für das Leben sind nun aus einer unerschöpflichen Quelle gespeist. Die Gemeinschaft der Christen schenkt Kraft und trägt. Christen sind Menschen des Lichts, nicht der Finsternis.