Die beste Behandlung aller Krankheiten ist ihre Verhinderung. Beim Ausgebrannt-Sein, Erschöpfungssyndrom ist der erste und wichtigste Schritt das Erkennen und Eingestehen des Zustandsbildes. Als nächstes sind aktive Maßnahmen zu setzen: Abgrenzung, Distanz gewinnen zu den belastenden Dingen und Personen, Belastungen müssen verändert werden, wenn sie nicht veränderbar sind, muss man eine andere Einstellung dazu lernen. Ärger vermeiden oder bewusst eine Aussprache darüber suchen. Probleme ansprechen, diskutieren. Hilfe von außen in Anspruch nehmen durch Begleitung, Supervisison, Beichtvater, Therapeuten, Freunde.
Wichtig ist wieder Befriedigung, Lebensfreude, Anerkennung zu erreichen, das kann durch Veränderung innerhalb des Berufes sein oder durch teilweises Aussteigen. Rückzug aus der ersten Reihe kann manchen den Überdruck nehmen. Außerhalb der Arbeit gibt es ein weites Betätigungsfeld zum Wiedererlangen von Freude und Glücksgefühl. Vorbeugen durch regelmäßigen Urlaub ohne Stress, Gesundheitsurlaub wie z.B. eine Kneippkur (2 bis 3 Wochen jährlich). Ganz schlecht ist die Flucht in Gleichgültigkeit, Ignoranz, Zynismus und Ersatzbefriedigungen wie Essen und Trinken (Alkohol). Die aktiven Maßnahmen erfordern Mut zum Umsetzen und sich helfen lassen nachdem der erste Schritt getan wurde.
Dr. Franz Daringer, leitender Arzt des Kneipp-Kurhauses der Marienschwestern in Aspach.