Ausgabe: 2002/09, Brasilien, Böse, Achse des Bösen
27.02.2002
- Walter Achleitner
Während bei Revolten in brasilianischen Gefängnissen 15 Häftlinge getötet werden, schaut auf der entgegengesetzten Seite der Erdkugel George Bush von Südkorea aus dem Bösen ins Angesicht. Der US-Präsident hat seit seinem Amtsantritt vor 13 Monaten nicht nur den Friedensdialog auf der koreanischen Halbinsel blockiert. Mit seinen starken Worten von der „Achse des Bösen“, zu der Bush auch Nordkorea zählt, drehte der Weltpolizist erneut an der Spirale verbaler Gewalt. Bleibt die Frage, was beide Blitzlichter der letzten Woche miteinander zu tun haben. Brutale Gegenmaßnahmen der Behörden, so São Paulos Weihbischof Stringhini, sind nicht geeignet, die Situation zu beruhigen. Dass der Staat Brasilien die Kontrolle über die Gefängnisse verloren hat, sei Resultat einer jahrzehntelang verfehlten Sozialpolitik. Ein Urteil, das auch für den internationalen „Kampf gegen den Terror“ gilt.