Bio-Lebensmittel sind naturbelassen und bekömmlich – nicht alles ist aber bio, wo „bio“ draufsteht. Wer sich informiert, hat bessere Karten.
Gesunde Ernährung betrifft jede/n. Dennoch ließen sich für einen praxisbezogenen Bio-Vortrag nur zwölf Leute vor dem Fernseher hervorlocken, einige davon waren selber Bio-Bauern. „Was fällt ihnen zu Bio ein?“, so lautete die Frage der Vortragenden Barbara Prüller vom Verband „Ernte für das Leben OÖ“. Die Antworten reichten von „Genuss“ über „chemiefrei“ bis „Betrug“.
Etwa 20.000 Bauernhöfe, neun Prozent der bäuerlichen Betriebe in Österreich, haben auf Bio umgestellt, vergleichsweise viel mehr als in anderen Ländern. 3000 Biobauern verkaufen ab Hof, die anderen (auch) über Bioläden und immer mehr über Supermärkte. Wem seine eigene und die Gesundheit seiner Lieben wichtig ist, sollte zu „bio“ greifen. Leider tun dies (noch) viel zu wenige Konsument/innen. Auch wenn oft der höhere Preis als Ursache genannt wird – er ergibt sich z. B. aus dem Mehraufwand händischer Unkrautvernichtung gegenüber der chemischen –, stecken oft Bequemlichkeit und Gedanken- losigkeit dahinter.
Dass Bio-Produkte gesünder sind, belegen viele Studien. So waren in den 50-er und 60-er Jahren acht Prozent der Paare ungewollt kinderlos, jetzt sind es bei 20 Prozent. Das schreibt man auch der Ernährung zu. Und in der Muttermilch vorwiegend biologisch ernährter Frauen waren weniger (Krebs erregende) Pestizide als in der vorwiegend anders ernährter Frauen.
Oder: Tiere haben in Versuchen Bioprodukte den konventionellen Produkten vorgezogen und biologisch ernährte Hühner waren fruchtbarer als andere. Es gibt gesetzliche Richtlinien für Bio-Produktion und Deklaration, die man als bewusste/r Konsument/in im Groben kennen soll.
Sich gut informieren
Staatlich anerkannte Kontrollstellen garantieren umfassende Qualität. Bezeichnungen wie „aus kontrolliertem Vertragsanbau“, „aus naturnahem Anbau“ oder „aus kontrollierter Landwirtschaft“ stehen nicht für die Herkunft aus „biologischer Landwirtschaft“. So sind Freilandeier noch nicht biologisch, weil die Hühner frei laufen. Sie müssten z. B. auch mit Bio-Nahrung gefüttert sein.
Jedes echte Bio-Produkt trägt eine der Bezeichungen: aus biologischem (ökologischem) Anbau/ Landbau, aus biologischer Landwirtschaft. Wer das staatliche Biozeichen, die geschützten Bio-Verbandszeichen und die wichtigsten Bio-Handelsmarken kennt, kann beim Kauf nichts falsch machen. Verpflichtend ist auch die Angabe der Bio-Kontrollnummern für Staat, Kontrollstelle, Bauer, Bundesland und Vertrieb (z. B. AT-N-01-Bio-0000-0L). Interessierte erhalten den „Logos-Wegweiser“ bei der Adresse links unten.