Johannes Paul II. scheint die gesundheitliche Krise weitgehend überwunden zu haben, die ihn zuletzt gezwungen hatte, mehrere öffentliche Auftritte abzusagen. Wegen einer schmerzhaften Entzündung des rechten Kniegelenks hatten die Ärzte dem Papst strenge Ruhe verordnet. Jedoch am vergangenen Samstag – eine Woche nach seinem letzten öffentlichen Auftreten – kam er zur allgemeinen Überraschung zur Begegnung mit polnischen Pilgern zu Fuß in die Audienzhalle. Und als sich Johannes Paul am Sonntag zum Angelus am Fenster seiner Wohnung zeigte, wirkte er wieder erholt, auch wenn seine Stimme noch etwas müde klang. Statt der Stimmen, die den Papst am Ende seiner Kräfte wähnten, melden sich nun jene zu Wort, die an seine Zähigkeit und seinen eisernen Willen erinnern. Der langjährige „Reisemarschall“ des Papstes, Kardinal Roberto Tucci: „Der Papst hält durch und gibt nicht auf, das ist das einzig Sichere.“ Auf die Frage, woher Johannes Paul seine Kraft nehme, verwies der 80-jährige Jesuit auf das Gebet. Es sei neben seiner physischen Grundkonstitution die stärkste Stütze. Noch ist nicht gewiss, wie lange der Papst auf ärztlichen Rat hin seine Aktivitäten einschränken muss, damit sein Knie ausheilen und sein Körper sich erholen kann.