Beruf, Existenzaufbau, die Kinder mit ihren Forderungen: „Maaamaa! ... Papppa ...!“ Rund um die Uhr eingespannt in die Tretmühle des Alltags ... pflichtbewusst, sparsam, fleißig. Einmal die Hände untätig in den Schoß legen? Kommt nicht in Frage. Keine Zeit. Den Anschein von Nichtstun erwecken? Unmöglich, außer am Sonntag vielleicht. So wurden sie erzogen.
Jetzt hat das Ehepaar um die 50 etwas mehr Geld, aber noch immer keine Zeit. Doch die nehmen sie sich jetzt öfter: Er holt sie von der Arbeit ab und sie machen einen Spaziergang auf verschlungenen Wegen oder gehen in der Stadt auf einen Kaffee, da oder dort, reden über Gott und die Welt, bis der Rest vom Milchschaum im Kaffeehäferl fast eingetrocknet ist ... über dies und das, manchmal schauen sie sich nur an, berühren sich wie zufällig, oft lachen sie herzlich und unbeschwert. Sie sind froh, sich noch etwas zu sagen zu haben ... da muss man ohnehin aufpassen. Es ist ein bisschen wie damals in der ersten Zeit. „Ein altes Liebespaar!“, meinen die Jungen. Na und?