Ausgabe: 2002/12, Kunst, Hofburg, Staatsbesuch, Kardinal Schönborn;
19.03.2002
Wien. Dialog ist nicht nur ein Weg unter vielen, „sondern der einzig vernünftige und moralische Weg“, betonte Irans Staatspräsident Mohammad Khatami vergangenen Dienstag in der Wiener Hofburg beim interreligiösen Runden Tisch aus Anlass seines Staatsbesuches. Der Dialog der Kulturen und Religionen trage zur Entfaltung in einer Welt bei, in der „mehr Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden herrschen“. Aggression sei stumm und sprachlos, Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit würden zuerst durch Worte gesät, die später Früchte tragen. Wörtlich meinte der Staatschef, der auch schiitischer Theologe ist: „Ein Leben in Freiheit, Frieden und Sicherheit ist ein Haus, das von Architekten entworfen wird, die reden können und mit der heiligen Kunst des Hörens vertraut sind.“ Es sei bemerkenswert, dass im Zusammenhang eines Staatsbesuchs – bei aller Wichtigkeit politischer und wirtschaftlicher Gespräche – dem interreligiösen Dialog so breiter Raum gegeben wurde, betonte Wiens Kardinal Schönborn.