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Jesu Einzug in unser Leben

Evangelium
Ausgabe: 2002/12, Jesu, Leben, Evangelium, Lesung, Tochter, Jünger;
19.03.2002
Als sich Jesus mit seinen Begleitern Jerusalem näherte und nach Betfage am Ölberg kam, schickte er zwei Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los, und bringt sie zu mir! Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen. Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist friedfertig, und er reitet auf einer Eselin und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers.

Die Jünger gingen und taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte. Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie, und er setzte sich darauf. Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna, dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe! Als er in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in Aufregung, und man fragte sich: Wer ist das? Die Leute sagten: Das ist der Prophet Jesus von Nazareth aus Galiläa.

1. Lesung Jes 50, 4–7

Der Jünger, gerufen von Gott, geht zu jenen, die müde geworden sind und nichts mehr erhoffen, und macht ihnen Mut. Doch sein Gut-Tun wird nicht verstanden.Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn höre wie ein Jünger. Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück. Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, die Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel. Doch Gott, der Herr, wird mir helfen; darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie ein Kiesel; ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.

2. Lesung Phil 2, 6–11

Das Bekenntnis zu Jesus Christus als Gott steht am Beginn dieses Christushymnus. Aus freiem Willen wird er als Mensch den Menschen gleich. Das Ende am Kreuz war aber kein Ende, sondern ein Anfang. Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: „Jesus Christus ist der Herr“ – zur Ehre Gottes, des Vaters.




Ein neuer Name

Er, der am meisten Knecht war, Ding, Sache, totes Objekt,ist Herr, Leben, Subjekt geworden.Er, dessen Schicksal die Namenlosigkeit ist, hat einen neuen Namen bekommen.Er, der sich eingereiht hatte in die Anonymität derer, die nur durch verschiedene Nummern unterschieden werden (als Steuerzahler, Versicherte, Gefangene, Rädchen am Arbeitsplatz),hat für sie alle einen neuen Namen bekommen. (. . .)Gott hat jedem Erniedrigten den Namen Christus gegeben: als den unauslöschlichen Namen eines jeden Menschen. Wie namenlos, wie Ding geworden er auch immer sein mag – diesen anderen neuen Namen kannihm niemand mehr absprechen.
Dorothee SölleAus: Atheistisch an Gott glauben, Olten 196
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