Medikamente werden in der Leber durch spezielle Enzyme aktiviert oder gehemmt, also ein- oder ausgeschaltet. Bei gleichzeitiger Nahrungsaufnahme kann dieser Vorgang gestört und behindert werden. Die Arzneien haben plötzlich keine oder eine überschießende Wirkung. Es gibt bestimmte Nahrungsmittel, die so etwas verursachen. Die Grapefruit verträgt sich nicht mit Juckreizmitteln.
Herzrhythmusstörungen können die Folge sein. Insgesamt werden ca. 30 Medikamente von Grapefruitsaft beeinflusst. Johanniskraut schwächt die Wirkung von Medikamenten, die so genannte „Antibabypille“ kann versagen. Rotwein, Käse, Salami, Bohnen, Salzheringe, Sauerkraut können mit älteren Antidepressionsmitteln zu einer Blutdrucksteigerung oder Verwirrtheitszuständen führen. Kohl, Brokkoli und Spargel enthalten viel Vitamin K und wirken daher den Blutverdünnungsmitteln entgegen. Bestimmte Antibiotika und Osteoporosemittel dürfen nicht mit Milch oder Milchprodukten gleichzeitig genommen werden, weil diese dann unwirksam sind. Es ist logisch, dass Abführmittel die Aufnahme aller Medikamente im Darm stören oder verhindern. Das gilt auch für zuckerfreie Bonbons, die zu Durchfall führen können. Medikamente schluckt man am besten immer mit gewöhnlichem Wasser, auch Tees oder Säfte können die Aufnahme stören. Die Beipackzettel geben Auskunft über Unverträglichkeiten.
Dr. Franz Daringer, leitender Arzt des Kneipp-Kurhauses der Marienschwestern in Aspach