Ziehen sich Jugendliche zum Spaß an wie Halbtote oder sind sie in Gefahr?
Schwarze Haare und Kleidung, das Gesicht weiß geschminkt. Aus dem Zimmer dröhnt Black- oder Death-Metal-Music. Jugendliche verstören ihre Eltern und die Umwelt. Sind sie dem Satanismus verfallen? Oder möchten sie nur provozieren? Wie kann man sie da wieder herausholen?
„Jux oder Tod-Ernst“ lautete der Titel einer Veranstaltung, in der „Okkultismus und Satanismus“ zur Sprache kamen. Eingeladen hatten das City-Forum der Diözese Linz mit dem Land OÖ und dem OÖ. Presseclub. Mehr als 250 Besucher/innen kamen am 30. April, dem „Vorabend der Walpurgisnacht“ in den Ursulinenhof in Linz.
Das Hauptreferat hielt Dr. Rüdiger Hauth, Beauftragter für Weltanschauungsfragen in Westfalen, Deutschland. Er begrüßte den „schwarzen Block“ im Publikum: Jugendliche in der typischen „Dark wave“ oder „Gothics“-Aufmachung, die alle Blicke auf sich zogen. Hauth erklärte Okkultismus als Oberbegriff, unter den auch der Satanismus zu reihen sei. Er unterscheidet zwei Formen von Satanismus: offenen und geschlossenen. Offenen Satanismus kann man sofort erkennen: junge Leute, die sich nach außen zu erkennen geben, mit entsprechenden Symbolen und Musik. Geschlossene Satanisten würden sich nie öffentlich zeigen, denn meistens sind sie hoch gebildete Menschen, die ihren gesellschaftlichen Stand verlieren würden.
Protesthaltung
Jugendliche der offenen Szene bauen sich oft aus verschiedenen Informationen einen „Patchwork-Satanismus“ zusammen. Szenen auf dem Friedhof seien für sie der „letzte Kick“. „Saufen, Disco und Drogen sind ihnen zu langweilig. Sie wissen, dass die Gesellschaft nicht möchte, dass man dort Feste feiert“, so der Experte. Die umgedrehten Kreuze seien Symbol für eine Gegenwelt. „Das ist eine Protesthaltung gegen bestehende Organisationen und Einrichtungen und deren Werte“, sagt Hauth. Ein weiteres Symbol ist das Pentagramm, das umgedreht ein Symbol für Ordnung ist. Die Zahl 666 stammt aus der Offenbarung. „Schwarze Messen“ von Satanisten sind an die katholische Messe angelehnt, Teile werden umgedreht.
Rüdiger Hauth glaubt nicht, dass Satanismus Auswirkungen auf die Gesellschaft haben wird, wohl aber für die jungen Leute, die mitmachen. Sie können nicht nur gegen die herrschende Weltordnung gestellt sein, sondern gegen Leben insgesamt, auch das eigene. Er warnt davor, schwarzgekleidete Jugendliche mit Satanisten zu verwechseln. Ein erster Schritt für besorgte Eltern müsste das Gespräch sein. Wenn das nicht mehr funktioniert, gilt es, professionelle Hilfe einzuholen.
Eine Dokumentation des Informationsabends ist um e 1,50 erhältlich beim Bibelwerk der Diözese Linz, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz.