Über den Temelin-Gipfel vom 3. Mai 2002 mit der Bundesregierung in Wien gibt es unterschiedliche Einschätzungen. Als „mager“ bezeichnet die oö. Plattform gegen Atomgefahr das Ergebnis. „Die Ergebnisse sind besser als ihr Ruf“, erklärt dagegen Landeshauptmann Dr. Pühringer. Auch die Plattform ist nicht nur ablehnend, sondern will die Regierung wegen einiger Zusagen beim Wort nehmen. Das gelte z. B. für Ausstiegsangebote, eine Ausstiegskonferenz und die Bekanntmachung des Berichtes des Störfalls vom 7. Februar 2002. Dieser Störfall, zu dem bis heute noch immer die genauen Fakten nicht auf dem Tisch sind, veranlasste die Atomgegner, ein Aufschnüren des Energiekapitels zu fordern. Die Regierung will aber erst auf den endgültigen Bericht aus Tschechien warten. Kein Gehör fanden die Atomgegner für ihre Forderung, die Aufhebung des Stromimport-Verbotes wieder zurückzunehmen.Landeshauptmann Dr. Pühringer zählt einige konkrete Ergebnisse auf: Die Bundesregierung hat zugesagt, mit der neuen tschechischen Regierung noch einmal über Temelin und auch den Ausstieg zu verhandeln, wobei auch eine europäische Atomausstiegskonferenz vorgeschlagen wird. Bis dahin gelte auf Punkt und Beistrich das Zeman-Schüssel-Abkommen, insbesondere hinsichtlich der größten Schwachstellen des Kraftwerkes Temelin (28 Meter Bühne, schadhafte Ventile).