Wer sich darauf einlässt, kann die Landesausstellung 2002 als Festgast erleben.
Ein Fest ist der Ausstieg aus dem grauen Alltag. Die Ausstellungsgestalter/innen haben dieses Bild aufgenommen. Die Besucher/innen müssen vorbei an grauen Schattenrissen, Umrissen von Menschen in verschiedenen Arbeitsbereichen. Die Vorbereitung für ein Fest geht weiter mit Schmink- und Frisierutensilien.
Die erste Ordnung in der Ausstellung gibt der Jahreskreis vor. Vorgestellt werden Feste, die ihren Ursprung im Ablauf in der Landwirtschaft und im Kirchenjahr haben. Besucher/innen erfahren, woher die Feste kommen und wie sie sich verändert haben. Doch immer wird auch „das Fenster zur Welt“ geöffnet. Ein Seitenblick auf Feiern in anderen Religionen und Regionen der Erde macht deutlich, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt. Wie zum Beispiel Zeiten des Fastens vor einem Fest. Nach dem Fasten wird gevöllert – ein Raum mit Speck-Geruch ist die richtige Einstimmung auf ein großes Fest: Ostern. Zuvor begegnen den Besucher/innen noch Bräuche zum Winterende. Kettenrasseln und das Pfeifen des Windes sind Begleiter.
Der zweite Hauptteil von „feste feiern“ widmet sich dem Lebenslauf der Menschen: Beschneidung und Initiationsriten als Feste des Übergangs, umfangreicher dargestellt ist die Hochzeit. Ein Brautpaar erzählt auf Video vom Polterabend, und ein Höhepunkt ist die Präsentation einer Festtafel des Wiener Kaiserhofs. Höfische Feste sollten vor allem die Macht der Herrschenden präsentieren. Die Ausstellung entführt in die frühe Neuzeit (16. Jahrhundert). Festharnische für Turniere sind barocken Kostümen für Bälle gegenübergestellt. Die entsprechenden Musikinstrumente gibt es zu sehen und zu hören.
Alle Kulturen der Erde verwenden Masken für Feste. Ihnen wird in der Ausstellung viel Platz geboten. Wie Lampenschirme in den 70er-Jahren können die Besucher/innen Masken in die richtige Höhe ziehen und sich damit im Spiegel betrachten. Vom Fasching gelingt der Übergang zum Tod durch den „Tag der Toten“ in Mexiko: Der Tod als Skelett wird bunt verkleidet. Auch bei uns entsteht durch das „Halloween“-Fest ein zusätzlicher Fasching im Herbst. Zum Ende, dem Begräbnis, spielt eine Blasmusikkapelle die Musik zum Leichenzug.
„feste feiern“. OÖ. Landesausstellung 2002 im Stift Waldhausen von 1. Mai bis 3. November, täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, Eintritt: e 6,50,–, ermäßigt e 5,80 oder e 4,–.
Information: Tel. 07260/208 58, Homepage: www.oberoesterreich.at/landesausstellung. Als Begleitprogramm werden im Stift Waldhausen rund 70 Feste gefeiert. Ein umfangreiches Rahmenprogramm bietet auch das Museumsland Donauland-Strudengau, Tel. 07269/303 40, www.museumsland.at.
Zur Sache:
Das Buch „Feste feiern mit Familie und FreundInnen“ enthält nicht nur Tipps, wie Feste im Jahreskreis persönlich gestaltet werden können. Vorgestellt werden auch Ideen, wie Alltags-Notwendigkeiten (z. B. Schuhputzen) zum Fest werden können. Je nach Fest finden sich im Buch auch Rezepte, ein Lied oder Basteltipps.
„Feste feiern mit Familie und FreundInnen“. Autor ist Robert Gerstbach-Muck. Zu beziehen ume 6,90 (zzgl. Versandspesen) bei der Kirchenzeitung der Diözese Linz, Kapuzinerstr. 84, 4020 Linz, Tel. 0732/76 10-3944, Fax-DW 3939, E-Mail: service@kirchenzeitung.at