Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin
und Referentin für Spiritualität im
Pastoralamt der Erzdiözese Wien
Die Stellungnahme wurde von Bischof Manfred Scheuer, der geschäftsführenden Pastoralratsvorsitzenden Brigitte Gruber-Eichberger und KA-OÖ-Präsidentin Gabriele Hofer-Stelzhammer dieser Tage an die im Landtag vertretenen Parteien gesandt. Der Text bietet auch eine Grundlage für Diskussionen in verschiedenen anderen Zusammenhängen. Wir dokumentieren daher den Wortlaut in voller Länge:
Die katholische Kirche macht keine Parteipolitik, gleichwohl trägt sie Mitverantwortung für das gesellschaftliche Zusammenleben in Oberösterreich. Daher halten wir es als Mitglieder des Pastoralrats der Diözese Linz für wichtig, dass sich Christinnen und Christen ihrer Verantwortung für das Gemeinwohl bewusst sind und sich aktiv am politischen Diskurs beteiligen. Ebenso begrüßen wir es, wenn sie sich für politische Funktionen als Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Parteien zur Verfügung stellen. Jenen, die bereits in der Vergangenheit Verantwortung übernommen haben, danken wir für ihren Einsatz und ihr Engagement.
Aus unserer Sicht ist es die Aufgabe der politischen Verantwortungsträgerinnen und -träger, durch ihre Arbeit zum Wohl aller in der Gesellschaft beizutragen. Zu den relevanten politischen Zielen zählen wir unter anderem ein friedvolles und sicheres Zusammenleben, ein Leben ohne Armut und Gewalt sowie eine zeitgemäße Gesundheitsversorgung bis ins Alter. Aufgabe unserer Generation ist es, die Schöpfung für uns und kommende Generationen zu bewahren. Auch in Zeiten gesellschaftlicher Verunsicherung und weltweiter Krisen sollten nicht falsche Behauptungen, sondern überprüfbare Fakten Grundlage vernünftiger Entscheidungen gerade auch in Politik, Medien und Bildung sein.
Das christliche Menschenbild hält an der Würde jedes Menschen und an seinem Recht auf Leben unverhandelbar fest. Besonders in den Debatten um Migration und Integration erwarten wir uns daher eine menschengerechte, sachliche und differenzierte Auseinandersetzung.
In der Bergpredigt fordert uns Jesus auf: „Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen!“ (Matthäusevangelium 7,12) Die Worte Jesu sind die Richtschnur für unser Zusammenleben und daher auch für die politische Diskussion und den Wahlkampf. Diese Goldene Regel erfordert einen respektvollen Umgang miteinander und schließt Auseinandersetzungen aus, die auf dem Rücken und zu Lasten anderer ausgetragen werden – insbesondere jener, deren Stimmen kaum gehört werden. In unserem Bemühen um eine synodale Kirche haben wir die Erfahrung gemacht, dass respektvolles Zuhören nicht immer einfach ist, jedoch das Finden tragfähiger Lösungen voranbringt.
Wir ermutigen alle Christinnen und Christen zum gesellschaftspolitischen Engagement für ein friedvolles Miteinander, zur Teilnahme an der politischen Diskussion sowie zur Beteiligung an den kommenden Gemeinderats-, Bürgermeister:innen- und Landtagswahlen.
Die Vollversammlung
des diözesanen Pastoralrates,
Puchberg am 3. Oktober 2026

Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin
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Turmeremitin Birgit Kubik berichtet über ihre Woche in der Türmerstube hoch oben im Mariendom Linz >>

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