Als erste kirchliche Gruppe feierte die Cursillobewegung Oberösterreich in Waldhausen – unter den Augen der Landesausstellungs-Besucher – ihr Jahresfest.
Blieben bei den bisherigen Jahrestreffen die Cursillo-Mitglieder unter sich, war es vergangenen Sonntag in Waldhausen anders. Zum harten Kern der rund 350 Cursillistas stießen immer wieder interessierte Männer und Frauen. Viele Besucher der Landesausstellung warfen einen Blick in die Zelte, die das weite Gelände rund um die Stiftskirche dominieren. Schon bei den Eingängen wurde ihre Befürchtung zerstreut, dass sie stören könnten. Ganz im Gegenteil: Die Neugierde der Passanten war im Sinn der Cursillo-Bewegung: Möglichst viele Menschen sollten mit der kirchlichen Erneuerungsgruppe in Kontakt kommen – erfahren, dass es sie gibt, ihre Angebote kennenlernen und auch vor Ort in Waldhausen eine kurze Zeit mitfeiern. Das Konzept ging auf. „Wir konnten den Cursillo bei Menschen bekannt machen, zu denen wir sonst keinen Zugang haben“, freut sich Silvia Wohlgemuth. Die Mitarbeiterin des oberösterreichischen Cursilloteams ist froh, dass ihre Organisation die Möglichkeit beim Schopf gepackt hat, auf dem Gelände des ehemaligen Stiftes Waldhausen das Jahrestreffen ausrichten zu können.
Den ganzen Tag über schlossen sich Interessierte der Cursillobewegung an und feierten mit ihr den Sonntag: bei Workshops, Liedern, Gespräch und Gottesdienst. Die Sonntagskultur war Thema des gesamten Treffens. Prof. Wilhelm Zauner betonte bei seinem Vortrag, dass Christen selbst in einer wenig religiös geprägten Gesellschaft für viele Menschen Vorbildwirkung hätten - auch was die Feier des Sonntags betrifft.
Die Gemeinschaft trägt mich
„In der Cursillobewegung wird jeder als Mensch angenommen, hier zählt kein Titel“, meint Silvia Wohlgemuth. Die Cursillo-Bewegung ist die geistliche Heimat der vierfachen Mutter. „Offiziell“ ist sie Hausfrau, erklärt sie lachend: Familie, Pflege der Schwiegereltern, Cursillo-Leitungs-team und Gründerin des Vereins „Sanfte Pfote“. Ihre beiden Golden Retriever hat sie zu Therapiehunden ausgebildet und geht mit ihnen in das Institut Hartheim zu den Schwerstbehinderten. Wie sie die Fülle der Anforderungen unter einen Hut bringt? – „Die Erfahrung ‘Ich bin von Gott geliebt, so wie ich bin’ prägt mein Leben“. Seit beinahe zwei Jahrzehnten begleitet sie diese Zusage, seit sie den drei Tage dauernden Cursillo (Kurs) gemacht hat. Auch die Gemeinschaft gehört wesentlich zum Cursillo: Als ihr Ehemann nach einem Unfall schwer verletzt war, hat sie die besondere Kraft der Gruppe gespürt: „Ohne große Worte wurden wir von Gebet und Freundschaft getragen“.