Früher hat es geheißen: „Gegessen wird, was auf den Tisch kommt“. Heute heißt es: „Auf den Tisch kommt, was gegessen wird.“
Die Kinder bestimmen meistens den Speiseplan: Fertigpizza, Spaghetti, Schnitzel, Käsekrainer, Toast, auf jeden Fall viel Ketchup, kaum Salat, dafür Pommes und als Nachspeise Schokoriegel oder Pudding. Apfelkompott ist out, Obst als Zwischenmahlzeit nur akzeptiert, wenn es makellos ausschaut. Die Werbung hat unsere Kinder (heute Kids) fest im Griff. Sie gibt vor, was „in“ ist. In der Schule können sie mit Jausenbrot und Apfel schlecht punkten. Viele Schulen geben spezielle Angebote der gesunden Schuljause oder der richtigen Ernährung vor. Psychologisch falsch ist ein Verbot bestimmter Lebensmittel, z. B. Schokolade. Ein natürlicher – mäßiger – Umgang damit wäre erstrebenswert.
Ein Überangebot bestimmter Speisen, z. B. Hamburger, führt nach einer gewissen Zeit zu einer Übersättigung. Der Reiz geht von selber verloren. Für die Verarbeitung des Zuckers im Körper sind Vitamine, besonders B-Vitamine notwendig. Je mehr genascht wird, umso mehr.
Wenn sie nicht in der restlichen Nahrung, besonders in Vollkornprodukten, Milch, Fleisch, Eiern, ausreichend zugeführt werden, kann es zu Störungen kommen. Planen Sie mit Fingerspitzengefühl den Speiseplan Ihrer Kinder oder Enkel!
Dr. Franz Daringer, leitender Arzt des Kneipp-Kurhauses der Marienschwestern in Aspach.