Hilflos sehen wir Bilder von verzweifelten Menschen vor einem Schulgebäude – ein Jugendlicher hat Mitschüler/innen und Lehrer/innen umgebracht und sich selbst getötet. Längst haben die USA das „Monopol“ auf Gewalt in der Schule verloren. Die Ereignisse im deutschen Erfurt Ende April sind noch gut in Erinnerung. Die Frage nach dem „Warum?“ drängt sich auf.
Eine konkrete Antwort darauf kann auch Morton Rhue in seinem neuesten Werk nicht geben. Ihn hat der 20. April 1999 zum Buch „Ich knall euch ab!“ inspiriert. Zwei Schüler haben mit Schusswaffen ein Blutbad in ihrer Schule in Littleton, Colorado, angerichtet. Insgesamt 13 Menschen wurden dabei getötet, 23 verletzt. Zum Schluss haben sich die Burschen selbst umgebracht.
Die Geschichte hat Morton Rhue erfunden. Eine Journalistin möchte die Hintergründe eines Amoks in ihrer Heimatstadt erforschen. Die Handlung wird in Interviews erzählt, Freundinnen und Freunde, Eltern, Lehrer/innen und Mitschüler/innen wechseln mit ihren Berichten ab. Gary und Brendan werden von den Mitschülern gehänselt. Sie tragen keine Markenkleidung und sind nicht sportlich – Grund genug, sie zu demütigen. Auch Lehrer/innen behandeln die Schüler unterschiedlich. Die beiden „Loser“ möchten den anderen zeigen, dass sie am Ende doch nicht die Verlierer sind. Freundinnen merken zu spät, wie ernst dieses Anliegen ist.Der Roman ist für junge Menschen gedacht, doch auch Eltern und Lehrer/innen werden betroffen sein. Morton Rhue ist bekannt durch sein Buch „Die Welle“. Er möchte zeigen, dass Gewalt nicht nur mit Waffen ausgeübt wird.
Morton Rhue: Ich knall euch ab!, Verlag Ravensburger, e 4,95.