Internationalen Rang erreichte Rudolf Kolbitsch mit 15 Kreuzwegstationen, die er 1976 für die Pfarrkirche in Nowa Huta bei Krakau geschaffen hat. Das machte ihn damals mit dem Erzbischof von Krakau, Kardinal Karol Wojtyla, bekannt.
Kurz darauf veröffentlichte Erzbischof Karol Wojtyla im Herder-Verlag ein Buch zum Thema „Kreuzweg“. Kolbitschs Kreuzwegstationen waren Ausgangspunkt für seine Betrachtungen gewesen. Eine Serie von Abzügen dieser Stationen schuf Kolbitsch auch für die Pfarrkirche St. Theresia in Linz. Mit seinen Grafiken, Stahlätzungen, Kreuzwegen, Altarkreuzen und Glasfenstern zählt Kolbitsch zu den bedeutenden österreichischen Gegenwartskünstlern. Prof. Rudolf Kolbitsch feiert am 21. Mai seinen 80. Geburtstag. Als Künstler hat er die kirchliche Kunst nach 1960 in unserem Land nachhaltig geprägt. Seine Themen als junger Künstler und Absolvent der Linzer Kunstschule (heute: Kunstuniversität) waren der Krieg in seiner ganzen Abscheulichkeit und der gefährdete Mensch. Schon 1949 begann Kolbitsch sich mit der Kunst des Glasfensters zu beschäftigen. Weit über hundert Glasfenster – die meisten davon in Oberösterreich – weist sein Werkverzeichnis auf. Neben Margret Bilger und Lydia Roppolt wurde er zum erfolgreichsten Vertreter dieser Kunstgattung in Oberösterreich. Später wurde seine Hinwendung zur religiösen Kunst immer deutlicher. Im Vordergrund standen die Thematik des Leidensweges Christi und das Wunder der Schöpfung. Im Stift Schlierbach wird Ende Mai eine Ausstellung mit Werken von Rudolf Kolbitsch eröffnet.