Mit der Lehre von der Dreifaltigkeit will die Kirche den Glauben nicht erschweren, sondern erleichtern.
„Ein Gott in drei Personen“. Wie das zu verstehen sei, hat Christen über Jahrhunderte bewegt. Heute wird die theologische Frage den Spezialisten überlassen. Einen „gewöhnlichen“ Christen wird „Dreifaltigkeit“ kaum mehr bewegen. Schade! Denn dass es Menschen so gleichgültig ist, wer jener Gott ist, an den man da glaubt, eröffnet anderen „Göttern“ Tür und Tor. Vater, Sohn und Geist. Ein Gott! So beschreibt die Theologie die Dreifaltigkeit. Gott ist Vater: Von ihm kommen Schöpfung und Mensch, auf ihn hin lebt er. Ursprung und Ziel alles Lebens ist Gott als Vater. Wie gut, dass es ein Erwartetwerden gibt im Leben, nicht nur ein Dahinleben und Verenden. Gott ist Sohn. Ganz Mensch – und menschlich – ist Gott geworden. Diese Frage hat Christen bewegt und entzweit: Ist es denn möglich, dass Christus ganz Gott und zugleich ganz Mensch sein kann? Die Menschlichkeit Jesu ist nicht nur eine Hülse, aus der Gott unbeschadet wieder herausschlüpft. Er hat es schon ernst gemeint – mit der Menschlichkeit. Das ist die solidarische Seite Gottes. Schon im Alten Testament hat Gott sich selbst mit seinem menschlichen Volk verbunden, einen Bund geschlossen. Auf diesen Bund darf der Mensch bauen, auf ihn darf er seine Hoffnung setzen. Bis zum Tod am Kreuz reicht die Solidarität Gottes. Wie er aber den Tod, das Sterben mit dem Menschen teilt, so teilt er auch das Leben und die Auferstehung.Eine Woche nach Pfingsten feiert die Kirche Dreifaltigkeit. Mit gutem Grund. Denn jetzt gibt es diese neue Erfahrung mit Gott:Gott ist Geist. Er ist da, viel näher, als Menschen ahnen können. Er ist „Beistand“, wo ein Mensch Hilfe braucht. Er ist „Ermutiger“, wo ein Anstoß vonnöten ist. Er ist Trost, wenn Menschen widerfährt, was Gott selbst in Jesus widerfahren ist: dass es ein Kreuz zu tragen gilt.