Vergangene Woche beschloss das Europäische Parlament endgültig das 6. Forschungsrahmenprogramm der EU. Die Abgeordneten erreichten in einigen Bereichen (seltene Krankheiten, nachhaltige Entwicklung, Gesellschaftsforschung) Verbesserungen. Bei der entscheidenden Frage der ethischen Kriterien für die Gentechnik konnten die Christdemokraten und Grünen keinen einzigen Antrag durchbringen. Da der Ministerrat es abgelehnt hatte, konkrete ethische Kriterien für die höchst umstrittene embryonale Stammzellenforschung zu beschließen, drohte ein langes Tauziehen zwischen Parlament und Rat. Das wollte die Mehrheit der Abgeordneten vermeiden und opferte die Ethik dem Tempo. Die einzige Chance, die verbrauchende Embryonenforschung durch strenge Regeln zu kontrollieren, liegt bei den Ministern, die die Spezialprogramme noch genehmigen müssen.