„Der Gameboy ist mein Freund!“, sagt der kleine Kevin. Sein Kinderzimmer sieht aus wie aus dem Möbelkatalog – und es ist randvoll gefüllt mit Spielzeug und Spielen. Wie sieht es mit Spielkameraden und persönlichen Freunden aus? Der Philipp ist der Freund im Kindergarten ... aber der wohnt weit weg. Miteinander spielen? Es ist niemand da zum Spielen. Armer Kevin.
Psychologen schlagen jetzt Alarm: Immer mehr Kinder haben Spielzeug als Ersatz für Beziehungen. Sie lernen nicht verlieren und sie lernen nicht Rücksicht zu nehmen – ist die Hauptsorge der Experten. Schon drei-, vier- und fünfjährigen Kindern fehlen wichtige Lernprozesse fürs Leben – obwohl sie sonst ziemlich klug und altklug sind, sich oft wie kleine Erwachsene in einer Erwachsenenwelt bewegen.
Sollten heutige Eltern und überhaupt alle Erwachsenen wirklich so schnell vergessen haben, was das Schönste an ihrer Kindheit war: Endlos scheinende unbeschwerte Stunden mit Freunden, mit denen und an denen man sich messen konnte und mit denen man tollen und toben konnte und auch lärmen durfte? Ein wenig Schmutz auf der Kleidung war kein Drama. Und: Es war immer zumindest ein Erwachsener in der Nähe, der Zeit hatte.