Die Diagnose MS sollte eigentlich im 21. Jahrhundert ihren Schrecken verloren haben. Eine frühzeitige Diagnose und der frühe Einsatz richtiger Medikamente kann die Lebensqualität deutlich verbessern. Die Ursache ist unbekannt, warum es zur ständigen entzündlichen Veränderung im Gehirn kommt und die weiße Hirnmasse schwindet. Die Beschwerden treten in Schüben auf und werden oft jahrelang nicht richtig erkannt. Sehstörungen wie einseitiges Schleiersehen oder Doppelbilder, Gleichgewichtsstörungen, Schwindelgefühle, Unsicherheit beim Gehen, Stolperneigung, Spannungsgefühl oder andere Missempfindungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühl u. a. werden oft falsch interpretiert. Besonders im jungen Erwachsenenalter müssen solche und ähnliche Beschwerden unbedingt neurologisch und orthopädisch sowie vom Augenarzt untersucht werden. Auch wenn der Augenarzt „nichts sieht“ und obendrein ein Augenzucken (kein Lidzucken) besteht, kann das auf einen MS-Schub hinweisen. Die Abgrenzung gegenüber orthopädischen Problemen ist nicht einfach. Ein fehlender Therapieerfolg sollte an eine gezielte Multiple- Sklerose-Diagnostik denken oder diese dadurch ausschließen lassen. 30 MS-Zentren in Österreich machen mit Kernspinntomographie des Gehirns und Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit die Diagnose sicher, damit mit der Therapie früh begonnen werden kann.