Es dauerte seine Zeit, bis ich mich mit meinem Taufnamen anfreunden konnte. In meiner Volkschulzeit (1952 – 1960) waren wir nur zwei oder drei Norbert in der gesamten Schule. Die „Annäherung“ an meinen Taufnamen hing mit dem Wachsen meines ursprünglich schwachen Selbstwertgefühls zusammen. Nach einem flotten Leben als adeliger Domherr gab es im Leben des Norbert von Xanten einen Durchbruch zum Evange-lium, der zur Priesterweihe im Alter von 35 Jahren führte. Fünf Jahre später gründete er 1120 in Premontre (Frankreich) den Orden der Prämonstratenser. Die Spuren, die er im deutschen Sprachraum hinterließ, sind auch in meinem Heimatbezirk Rohrbach unübersehbar: Die Prämonstratenser von Schlägl leisten dort Seelsorge und Kulturarbeit. Dass ich nicht Prämonstratenser, sondern Weltpriester bin, wird dem weitherzigen Norbert kein Problem sein.