Wir befinden uns mit Jesus am Ende der Bergpredigt. Dieser versucht alle seine Zuhörenden, die sich um ihn versammelt haben, über das Endgericht zu informieren. Viele falsche Propheten werden in seinem Namen auftreten. Ein paar Verse vorher sagt er sogar, wie die Scharlatane erkannt werden können. „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen/“ (Mt 7, 16) Nüchtern erörtert Jesus der ausharrenden Menge die brennenden Fragen. Er ist ein Profi der Redekunst. Wie kann er mit seiner Rede die Aufmerksamkeit der Menschen aufrechterhalten? Er verwendet Bilder, denen das einfache Volk etwas abgewinnen kann. Bilder aus der Alltagswelt, die jeder kennt. Ein Hirte, ein Wolf, Schafe – alles Begriffe, mit denen die Menschen im Alltag zu tun haben. Vorher erklärt ihnen Jesus die falschen Propheten als jene, die in „Schafspelzen“ zu ihnen kommen, inwendig aber „reißende Wölfe“ sind. Jetzt geht er einen Schritt weiter und verdammt diese getarnten Propheten: „Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!“ Redet so ein Schriftgelehrter? Nein, so redet nur einer, der Macht hat. Er stellt für alle klar, worauf es im Leben ankommt. Der Richter am Ende der Zeiten wird das Leben eines Menschen danach beurteilen, ob er „diese meine Worte hört und danach handelt!“ Es kommt auf die Tat an, auf die Praxis des Lebens. Ein Gleichnis vom „Häuslbauer“, der auf Fels baute, soll wieder die Identifikation mit dem Alltäglichen erleichtern. Dieser Vergleich soll zeigen, was Gottes Wort bewirken kann. Gewitter, Stürme, Wassermassen und Überflutungen sind normale Abläufe in der Natur. Was ist aber der Fels? Der Fels symbolisiert das Wort, auf das ich mich verlassen kann. Wer auf Jesu Worte hört und danach handelt, der wird nicht weggeschwemmt werden. Wer sich für diese erwärmt, der fällt nicht auf billige Angebote der Werbung hinein, der bündelt die Kraft in sich, gegen den Strom zu schwimmen. Wer an Jesu Worte glaubt, der hält Gegenwind und stürmische Anfeindungen spielend aus. Hingegen der, welcher sein Haus in den Sand setzt, der wird das bittere Ende noch erleben. Einer Überflutung und einem Sturm wird dieses Haus nicht widerstehen können. Jesus verlangt einen klaren Standpunkt, einen Fels in der Brandung, keine faulen Kompromisse, ähnlich den Sanddünen, die sich je nach Wind- und Wetterlage richten. Wer glaubt, der geht nicht unter.