Nicht in einem Tresor und auch nicht in einer Datenbank sind die wichtigen Dinge des Menschseins am besten aufgehoben, sondern in einem Herzen.
Themen, die man sich nur durch den Kopf gehen ließ, treffen die Wahrheit nur beschränkt. Man muss sich eine Sache schon auch zu Herzen gehen lassen.Das Herz-Jesu-Fest der Kirche bringt genau dies zum Ausdruck. Glaube ist eben nicht eine Sache des Verstandes allein. Er betrifft den ganzen Menschen. Und das Herz gilt als das „Zentralorgan“ des Menschseins. Auch wenn der heutige Mensch weiß, dass das Gehirn im medizinischen Sinn die „Schaltstelle“ des menschlichen Organismus ist, so bleibt die Symbolik des Herzens aufrecht. Gott lässt den Menschen ganz an sich heran. Was einen Menschen bewegt, Gott nimmt es sich zu Herzen. Ein Herzensanliegen ist etwas, das man sich zur eigenen Sache macht. Die Nächstenliebe und die Selbstliebe treffen sich im Herzen. Sie verschmelzen dort zu einem einzigen Anliegen. Nicht umsonst hat gerade in der Sprache der Verliebten das Herz seinen besonderen Platz. Es schlägt dann nicht nur für das eigene Leben, es schlägt für jemand anderen.Gott nimmt sich der Sache des Menschen an. Nicht in einem Tresor und auch nicht in einer Datenbank sind die wichtigen Dinge des Menschseins am besten aufgehoben, sondern in einem Herzen – mit all seiner Empfindlichkeit. Herzen sind in der Tat verletzbar. Das Herz Jesus wurde – so erzählt es die Schrift – durchstoßen von einer Lanze. Jesus hat sein Blut für die vielen Menschen verströmt. Das wurde zum Kerninhalt des Herz-Jesu-Festes. Erst seit Ende des 17. Jahrhunderts wird es in unserer Kirche gefeiert. Im Jahr 1899 hat Papst Leo XIII. zum Jahrhundertwechsel die Weihe der Welt an das Herz Jesu angeordnet. Seit 1970 gilt das Fest am Freitag nach der Fronleichnamswoche als Hochfest. Internet, Datenhighways und Handynetze umspannen die Welt. Doch fruchtbar kann all das Bemühen um „Verständigung“ erst werden, wenn sich die Menschen ihre Botschaften zu Herzen gehen lassen. Kirche – das ist eine Art Blutsverwandtschaft Jesu. In ihr sollte die Herzlichkeit spürbar sein.