Dass der Religionsunterricht in Berufsschulen verschärfte Bedingungen hat, wissen viele nicht. Umso erstaunlicher ist, dass Schüler/innen für diesen Freigegenstand auch Freizeit opfern.
Die Religionslehrer Andrea Winter und Daniel Neuweg gehen zum Beginn des Schuljahres durch alle Klassen der Berufsschule 7 in Linz, um für den Freigegenstand Religion zu werben. Je nach Engagement der Lehrkräfte sieht dann auch die Teilnahme am Religionsunterricht aus. Für dieses Schuljahr haben sich die beiden etwas Besonderes übelegt: das teilweise fächerübergreifende „Projekt Mensch“. Die 230 Schüler/innen des Religionsunterrichts (RU) waren eingeladen, sich mit dem Thema Menschsein in all seiner Vielfalt auseinander zu setzen. Alter, Freizeit, Mystik, Medien, Liebe, Alkohol, Toleranz, Krieg, Angst , Armut, Sucht, Homosexualität – all das hat die Schüler/innen in den letzten Monaten beschäftigt. Die Schüler/innen haben für dieses Projekt z.B. in der Freizeit Menschen im Altersheim besucht und im Internet nach Infos gesucht.In Form von Plakaten, Installationen und Skulpturen sind nun die Ergebnisse dieses Prozesses bis 21. Juni zu sehen. Auch zwei gelungene Videoclips sind entstanden. Dass Religionsunterricht Sinn macht, zeigte die rege Beteiligung am RU und an diesem Projekt. „Viele glauben, Religion heißt, drei Stunden Bibellesen. Hier lernen wir was über das Leben, und bei so einem Projekt bekommen das alle an der Schule mit“, erzählen Julia und Jasmin aus der 3. Klasse.